„Man glaubt, man kann alles selber machen und ist dann cool. Doch das stimmt nicht“.

Rückblick auf das Forum Finance SIBB am 23.02.2016: Das sagen die Teilnehmer

Am Bebelplatz, in der Mitte des historischen Berlins: Am vergangenen Dienstag ging es im Hotel de Rome um die Fördermöglichkeiten für die Erforschung und Entwicklung innovativer Technologien – in einer Location, in der schon vor über einhundert Jahren die Geschichte von Unternehmen beeinflusst wurden. Mit dem Forum Finance knüpfte der SIBB an diese Geschichte an. Gemeinsam mit der Commerzbank und uns lud der Interessensverband für Unternehmen der IT- und Internetwirtschaft in Berlin und Brandenburg, der SIBB e. V., am 23.02. zum Forum mit dem Thema „Attraktive Förderprogramme für Unternehmen der IT- und Digitalwirtschaft“.

Forschung findet nicht nur in Fördereinrichtungen und Großunternehmen statt

Bis auf den letzten Platz ausgelastet startete die Vortragsreihe mit den Grußworten der Gastgeber und der Forumssprecherin Nicole Ölkers, Director bei förderbar. 75 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Berliner und Brandenburger IT-Wirtschaft informierten sich bei ausführlichen Vorträgen zu drei der wichtigsten bundesweiten und europäischen Förderprogramme. So gaben Markus Hell aus dem Brüsseler Büro von Berlin Partner sowie sein Kollege Wolfgang Treinen aus dem Bereich „Industrielle Produktion“ aus Berlin einen Überblick über Horizon 2020, dem mit ca. 80 Milliarden Fördersumme größten Forschungsprogramm weltweit. Frank Heyder, Mitarbeiter Technologie der EuroNorm GmbH, eines Projektträgers im Auftrag des Bundeswirtschaftsministerium, stellte das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) vor. Er erläuterte die Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel eine abgeschlossene Gründungsphase, eine ausreichende Finanzierung, eigenes forschendes Personal und ein geordnetes Rechnungswesen.

„In KMU steckt wahnsinnig viel Innovationspotential“

Nach einer kurzen Pause gab Roland Mader, Wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V., dem Projektträger für das Technologiefeld „Softwaresysteme und Wissensverarbeitung“, einen Überblick über das Förderprogramm KMU-Innovativ. Ein explizites Ziel des Programms sei es, gerade Förderneulinge zu erreichen – und so waren 52 Prozent der bisher geförderten Unternehmen auch Ersteinreicher. Grund genug für Roland Mader, den Anwesenden Mut zu machen, ihr Potenzial ernst zu nehmen und eine Förderung in Erwägung zu ziehen.

Meistgefragt: Praktische Tipps und Erfahrungswerte

Viele Informationen in der Kürze der Zeit: Das Interesse an Förderprogrammen in der IT- und Digitalwirtschaft ist groß, doch auch der Respekt vor zu viel oder nicht einschätzbarem Aufwand. „Wir sind ein kleines Unternehmen mit 80 Mitarbeitern, wir haben kaum die Ressourcen, mehrere Mitarbeiter allein für die Fördermittelbeantragung abzustellen – und wenn es uns doch gelingt, ächzt unsere Buchhaltung nach einer Bewilligung unter dem administrativen Aufwand“, so eine Mitarbeiterin eines Brandenburger IT-Beratungshauses. „Für unseren Messeauftritt auf der CeBIT erhielten wir Unterstützung durch das Programm Neue Märkte Erschließen der IBB“, so ein Teilnehmer, „Auch wenn wir dankbar für die Förderung sind, das hat uns sehr viel Zeit gekostet.“ Ein Mitarbeiter eines Software-Hauses, das selbst entwickelt, grübelte im Anschluss, warum das ZIM-Programm die Förderung von Informationssystemen ausschloss.

Jahrelange Erfahrung nutzen – höhere Chancen für die Fördermittelbewilligung

Und so waren es auch die persönlichen Gespräche und Hinweise am Rande, die vielen Teilnehmern besonders bei ihrem persönlichen Finanzierungsanliegen halfen. Dies unterstützte der kurzweilige Schlussvortrag von Olaf Kehrer, Gründer und Geschäftsführer der O&O Software GmbH. Wie viele Manntage der Projektantrag beansprucht hätte, lautete eine Frage des Publikums, die Olaf Kehrer mit ca. 10 Tagen bei ihm beantwortete und verwies auf Nicole Ölkers von förderbar, die ihn im Verlauf des gesamten Prozesses der Fördermittelakquise begleitet hatte. Ölkers steuerte noch einen Erfahrungswert bei: Ein Unternehmen habe für 3,3 Millionen Euro Fördersumme 250.000 Euro investiert – doch ohne die Unterstützung der Fördermittelberatung förderbar. Beratung koste Geld, doch keine Viertelmillion – und sie lohne sich, auch in Hinblick auf die Administrationsaufgaben nach der Bewilligung.

Das Motto von Olaf Kehrer sei immer gewesen: „Nie etwas leihen.“ Alles selbst zu machen, war seine Devise. Mittlerweile lenkt er ein: „Ein Förderprogramm in Anspruch zu nehmen und die Beratung helfen, den gesamten Forschungsprozess zu streamlinen. Wenn man darüber reflektiert, dann wird auch das Projekt besser.“

Das Forum Finance ist eine regelmäßige Veranstaltung. Gern informieren wir Sie über den nächsten Termin. Abonnieren Sie einfach unseren Newsletter mit allen Nachrichten zu erfolgreichen Fördermittelfinanzierungen, Insider-Tipps und Veranstaltungseinladungen. Das Abo-Formular finden Sie auf unserer Startseite: https://www.foerderbar.de/.

Folgende Präsentationen stellen wir Ihnen zum Nachlesen auf Slideshare bereit:

Horizon 2020 – Förderung von Forschung und Innovation durch die EU

Markus Hell, Project Manager EU and International Services, Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie, sowie Wolfgang Treinen, Projektmanager Branchenbereich Industrielle Produktion für das Projekt Enterprise Europe Network, Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie

KMU-innovativ: Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) – Unterstützung von Spitzenforschung im IT-Mittelstand
Roland Mader, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V – Projektträger | Softwaresysteme und Wissenstechnologien

Titelbild und Autor: Michael Schulte, Senior Consultant, förderbar GmbH