Checkliste Pro FIT Berlin: Ist mein Technologieprojekt förderfähig?

Kürzlich erhielt das Berliner Start-up QIDENUS mit unserer Unterstützung eine Fördersumme (Zur Pressemeldung: Qidenus erhält mit Unterstützung von förderbar über 1 Million Fördermittel), für die es sich wirklich lohnt, die Korken knallen zu lassen: Die Investitionsbank Berlin (IBB) fördert im Rahmen des Pro FIT-Programms die Entwicklung einer Software mit über 1,15 Millionen Euro. Darin steckt einer der höchstmöglichen Zuschüsse, nämlich über 330.000 Euro, die QIDENUS – ganz im Sinne eines Zuschusses – nicht zurückzahlen muss.

Wir wissen, dass unsere Stadt als IT-Standort und Digital Hub eine ganze Menge weitere, noch schlummernde Technologieprojekte birgt. Doch wann ist ein Projekt förderfähig im Rahmen des Pro FIT-Programms der IBB? Die Checkliste verrät es.

  1. Sitzt das Unternehmen in Berlin und führt es das Projekt in Berlin durch?

Antragsberechtigt sind Unternehmen und Forschungseinrichtungen mit Sitz in Berlin beziehungsweise mindestens einer organisatorisch eigenständigen Betriebsstätte in Berlin.

  1. Zählt das Unternehmen zu den KMU?

Nur Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können allein einen Antrag stellen. Darüber hinaus sind Förderungen für Kooperationsprojekte möglich.

Kleinstunternehmen sind Unternehmen, die

  • weniger als 10 Mitarbeiter und
  • einen Jahresumsatz oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 2 Millionen Euro haben.

Kleine Unternehmen sind Unternehmen, die

  • weniger als 50 Mitarbeiter und
  • einen Jahresumsatz oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 10 Millionen Euro haben.

Mittlere Unternehmen sind Unternehmen, die

  • weniger als 250 Mitarbeiter und
  • einen Jahresumsatz von höchstens 50 Millionen Euro oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Millionen Euro haben.

Die IBB stellt zur Definition von KMU ein Merkblatt bereit.

3. Ist das Projekt innovativ?

Der Innovationsbegriff ist vielschichtig, deshalb lohnt es sich in jedem Fall, einen neutralen Experten wie eine Fördermittelberatung auf das Projekt sehen zu lassen. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass ein Projekt dann innovativ ist, wenn es den Stand der Technik übertrifft und die Entwicklung mit einem hohen technischen Risiko verbunden ist – und natürlich auch dem Risiko, zu scheitern.

4. Hat das Produkt den Markteintritt noch nicht abgeschlossen?

Die IBB fördert drei Phasen einer Produktentwicklung, in einer dieser Phasen sollte sich das Projekt befinden, um förderfähig zu sein:

a) Die Phase der industriellen Forschung

Dazu zählt die kritische Forschung nach neuen Erkenntnissen und Lösungen. Die Projektergebnisse müssen eine Basis für neue Verfahren und Produkte ergeben und ein Alleinstellungsmerkmal aufweisen

b) Die Phase der experimentellen Entwicklung

Aus der Forschung entstehen noch keine marktfähigen Produkte. Deswegen müssen die Forschungsergebnisse in Prototypen und vollwertige Produkte umgesetzt werden, um kommerziell nutzbar zu sein.

c) Die Phase des Produktionsaufbaus und der Markteinführung

Hierzu zählen grundsätzlich alle Marketing- und Vertriebsaktivitäten, die helfen das neue Produkt in den Markt einzuführen. Dies können zum Beispiel das Produktdesign, aber auch die Vorbereitung für die Serienfertigung eines Hardware-Produkts sein. Bei Software-Themen geht es in der Markteinführung oft um das Online-Marketing, direkten und indirekten Vertrieb, die Teilnahme an Messen und Konferenzen und ähnliche Maßnahmen.

5. Könnte das Unternehmen das Projekt auch eigenständig finanzieren?

Die IBB verlangt einen Nachweis für die Gesamtfinanzierung des Projektes.

 

Alle Fragen mit „Ja“ beantwortet? Glückwunsch! Dann stehen die Chancen nicht schlecht. Für eine detaillierte Prüfung der Förderfähigkeit empfiehlt sich darüber hinaus ein Fördermittelcheck, bei dem – kostenlos und unverbindlich – ein Fördermittelexperte einen Blick auf das Technologieprojekt wirft.