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Projektbeschreibung

Aurora stellt im Rahmen des Pro FIT Projekts ein System zur verbesserten Erkennung und Behandlung psychischer Erkrankungen mittels Smartphone-App und datengetriebener Arzt-Patienten-Schnittstelle vor. Heute schon hat Aurora, zusammen mit dem Arbeitsbereich für Klinisch-Psychologische Intervention an der Freien Universität Berlin ein speziell auf die Smartphone-Nutzung optimiertes Screening-Verfahren zum Erkennen von Depressionen entwickelt. Eine Besonderheit unterscheidet das System von allen anderen Angeboten auf dem Markt: (1) Es verfügt über Daten, die laufend per Smartphone vom Nutzer mit der Moodpath-App erhoben werden (z.B. die qualifizierte tägliche Frage: Wie hast du gestern Abend geschlafen?). Diese Fragen werden direkt im jeweiligen Moment und nicht mit Zeitverzögerung wie bei Gesprächen beim Therapeuten oder bei Tagebuchaufzeichnungen beantwortet. (2) Moodpath verfügt über Daten nicht nur einer kleinen Studiengruppe von wenigen Dutzend oder Hundert Patienten, wie dies im Rahmen wissenschaftlicher Studien üblich ist. Vielmehr hat Moodpath bereits heute mehr als 600.000 Nutzer. Damit liegen Massendaten vor, die in dieser Form weltweit einmalig sind.

Im Rahmen des Pro FIT Projekts sollen im Kern drei mathematische Algorithmen untersucht werden:

• Ein Screening-Algorithmus, der bei der Befragung des Patienten in Abhängigkeit von den gegebenen Antworten passende weitere Fragen stellt. Ergibt sich aus den bereits verfügbaren Daten ein Anhaltspunkt für bestimmte Symptome, können diese mit gezielten Fragen weiterbearbeitet werden, sodass dem Therapeuten eine optimale Datengrundlage bereitgestellt wird.
• Ein Algorithmus zum Vorschlag geeigneter Trainings: Es gibt verschiedene Angebote für Trainings auf dem Markt, mit denen bei Depression Erleichterung verschafft werden kann. Da keines dieser Angebote jedoch über Daten verfügt, die mit denen aus der Moodpath-App vergleichbar sind, können sie allen Patienten nur dieselben standardisierten Trainings vorschlagen. Therapeuten hingegen können Trainings nur mündlich oder auf Papier mitgeben, aber nicht (oder nur wenig) zu ihrer Umsetzung beitragen. Der Algorithmus dagegen sorgt dafür, dass Patienten – ob in Selbstmanagement oder Behandlung – die individuell im jeweiligen Moment am besten geeigneten Trainings erhalten (z.B. „Rufe heute einen Freund an“, „gehe spazieren“ oder „Video X könnte für dich hilfreich sein“) und daran erinnert werden. Zudem kann so die Erledigung abgefragt werden. Damit steht zu erwarten, dass deutlich bessere Ergebnisse erzielt werden, denn Depressions-Patienten neigen dazu, Aufgaben nicht zu erledigen, wenn niemand „hinter ihnen“ steht und sie aktiviert.
• Ein Prognosealgorithmus, der basierend auf einer mehrmonatigen Nutzungshistorie der Moodpath-App in der Lage ist, einen depressiven Schub ca. drei Wochen vorher anhand der Stimmungs- und weiteren Daten (Bewegung, Wetter, Feiertage etc.) zu erkennen und zu warnen. So kann sich ein Nutzer frühzeitig in Behandlung begeben bzw. ein behandelnder Therapeut darauf hingewiesen werden, dass er entsprechende Maßnahmen ergreifen sollte. Dies wird eine neue Qualität in der Behandlung schaffen, indem in der breiten Masse frühzeitig gewarnt und Rezidive behandelt werden können, bevor sie ausbrechen. Angesichts von 10.000 jährlichen Suiziden allein Deutschland hat dieser Algorithmus das Potenzial viele Leben zu retten.

Projektdetails

  • Kunde Aurora Health GmbH
  • Thema E-Health | Psych. Versorgung
  • Jahr 2018

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